Gehörlosenverein Neumarkt in der Oberpfalz gegr.1956 e.V.

Home Strukturen Unser Verein Chronik YouTube

Kaffeerösterei

Es war soweit, dass unsere Frauenbeauftragte, Manuela Baier, die Frauen am 15. September 2018 zu einer Kaffeerösterei eingeladen hat, um sich darüber zu informieren, wie sich die hellgrünen, steinharten Kaffeebohnen, zu den „kaffeebraunen“ bissfesten Kaffeebohnen verwandeln.
Ursprünglich stammte die Idee zu diesem Ausflug von unserer bisherigen Frauenbeauftragen, Brigitte Kübert. Manuela hat dieses Angebot angenommen und es ausgeführt. Sogar die Männer durften mit von der Partie sein. Wir trafen uns alle in der Frühe am Hauptbahnhof von Nürnberg, brausten zunächst gemeinsam mit einem Zug nach Forchheim.
Im oberfränkischen Forchheim angekommen, und gleich am Paradeplatz, verteilte Manuela Baier an Interessenten eine Altstadt-Rundgang-Broschüre. Wir konnten zusammen die in einer Broschüre vorgegebene Route durch die Altstadt verfolgen. Forchheim war ein echt idyllisches Kleinod zum Verweilen. Wir entdeckten hier so viele romantische Ecken. Zur Mittagszeit kehrten wir ein in ein gutbürgerliches, griechisches Lokal, in einem großen alten renovierten Fachwerkhaus. Nach einem ausgiebigen Mittagessen schritten wir nur einen Steinwurf weit über eine Brücke zur Kaffeerösterei Bogatz. Dort wartete gespannt auf uns unsere Dolmetscherin in Gebärdensprache, Frau Ursula Kunze.
Der Besuch in einer kleinen Kaffeerösterei war ein Erlebnis. Es bot sich eine Möglichkeit mitzuerleben, wie ein Röstmeister seinen Kaffee röstete. Der Röstmeister konnte uns alles gut visuell erklären. Rohkaffee hat viele Inhaltsstoffe wie Kohlenhydrate, Fette, Proteine, Säuren und Koffein. Solange es sich um grüne Kaffeebohnen handelt, sind sie nicht besonders attraktiv. Sie rochen irgendwie nach einer Nuss, zum Beispiel nach Maronen, oder nach einer Hefe oder einer Pflanze. Durch das Durchrosten veränderten die Kaffeebohnen ihre Säure, Süße und Bitterkeit. Der Röstmeister erklärte: Da das meiste Wasser in den Bohnen verdampft ist, ändert sich ihre Farbe, was ganz langsam geht. Sobald die Kaffeebohnen richtig typisch braun sind, bilden sich im Inneren Gase, wodurch die Bohnen aufplatzen.
Nach diesem ersten Knacken entschied der Röstmeister individuell, wie lange er weiterröstet. Jeder von uns durfte am Schluss einige fertig gerösteten Bohnen probieren.
Sobald der gewünschte Röstgrad erreicht ist, wurden die Kaffeebohnen abgekühlt. Dadurch unterbrach der Röstmeister den Röstprozess. Selbstverständlich war eine Kaffeezeit angesagt, jeder bekam entweder einen normalen Kaffee oder einen Cappuccino ausgeschenkt, der schon im Preis der Führung inbegriffen war.
Es war eine herrliche Ausflugsfahrt. Manuela Baier hatte sie erfolgreich durchgeführt, dadurch hat sie viel Dank geerntet.

Clarissa und Randolf von Hündeberg


Gartenanbau-Besichtigung am 10. Juni 2017 auf dem Knoblauchland Nürnberg

Am Samstagvormittag trafen wir uns am Infostand im Hbf. Nürnberg; insgesamt 26 Personen waren pünktlich anwesend. Dann gab es kurze Infos von unserer Frauenbeauftragten Brigitte Kübert. Anschließend machten wir uns per U-Bahn auf den Weg zum Flughafen Nürnberg. Danach nahmen den Stadtbus zum Knoblauchland. Dort sind viele Gartenanbauanlagen eingerichtet. Wir besichtigten den Garten- und Gemüseanbau der Familien Dreschler. Unsere Gebärdensprachdolmetscherin Frau Kunze war ebenfalls für uns vor Ort.

Der Gartenbau-Führer führte uns zum Gewächshaus, wo viele versch. Tomaten gezüchtet werden. Er belehrte uns, wie die versch. Tomaten in einem kleiner Kasten mit spezieller Wolle zum Wachsen gebracht werden. Diese Tomatenpflanzen werden mit einem langsamen minutengenauen Tropfbewässerungssystem gewässert und können zwischen 12 m bis 15 m wachsen. Bei großem Wachstum der Tomatenpflanzen sollte immer ein Stück herunter gewickelt werden. In einigen Gewächshäusern flogen einige Hummel zum Bestäuben der Blüten umher.

Der Führer gab uns einige versch. Tomaten zur Kostprobe. Es gibt zurzeit sieben versch. Tomaten-sorten in diesen Gewächshäusern. Oh weh, alle selbstgezüchteten Tomaten schmeckten uns lecker. Danach gingen wir weiter zum nächsten Gurken- und Zucchini-Gewächshaus. Dort werden zwei versch. Gurkensarten aufgezogen. Zum Schluss waren wir in der Halle, in der alle Tomaten automatisch auf 650 Gramm abgewogen und gleich in eine Schachtel verpackt werden. Jeden Nachmittag werden alle Tomaten, Zucchini und Gurken zu Supermärkten bzw. Obst- und Gemüsegeschäft geliefert.

Nach dem Besuch auf dem Knoblauchland waren wir unterwegs zum Tucherhof – Brauereigasthof mit Biergarten. Dort aßen wir ein leckeres Mittagessen. Nach einer gemütlichen Unterhaltung gingen einige nach Hause.

Noch mal sagen wir „Danke schön“ an unsere Frauenbeauftragte Brigitte Kübert für die gute Organisation und das reichliche Bildungsangebot zum Gemüseanbau. Vielen Dank noch an Gebärde-sprachdolmetscherin Frau Kunze für ihre gute Übersetzung in Gebärdensprache. Zum Glück hatten wir an diesem Tag schönes Wetter.

Gerlinde Meierhöfer


Frauen-Wanderung am 06. Mai 2017

Neukirchen (b. S-R) – Ermhof Sankt Martin - Erkelsdorf – Knappenberg – Brennberg Skilift – Etzelwang – Neukirchen Tour ca. 10 km, 5 Stunden

Auf dem Bahnhof Neukirchen trafen wir uns, insgesamt 6 Personen, um ca.10 Uhr am Bhf-Infostand. Unsere Wanderführerin Brigitte zeigte uns den Wegweiser am Bhf-Infostand. Zum großen Glück war das Wetter herrlich. Vom Bahnhof Neukirchen (b. S-R) starteten wir auf unserem Tourweg in Richtung Etzelwang.

Unter der Markierung rotweißen Strich gingen wir auf dem schmalen Gehsteig zum Feldweg.
Und machten wir eine Kurzpause in Ermhof Sankt Martin. Da waren wir an der Ruine Sankt Martin in Ermhof und besichtigten das ehemalige Kirchengrundstück mit Fundamentrekonstruktion und Informations- und Dokumentationsstätte. Heute ist diese Denkmalstätte im Besitz des Fördervereins Freunde von Sankt Martin Ermhof e.V.

Nach der Besichtigung stiegen wir über den Buchenberg (555 m) hinauf. Auf dem bemoosten Waldweg gingen es durch den Wiesenweg in Richtung Erkelsdorf vorbei.

Noch wenige Meter folgten wir nach dem Wegweiser zum Knappenberg aufwärts, dann immer am Grat des Knappenberges (546m) entlang. Wir waren auf der schönen Ausblickstelle und sahen mit schönem weitem Blick zur Burg Neidstein. Daneben stand der schöne Fabelfelsen Hase und Herz-Stein. Wir gingen weiter den Waldpfad bergab.

Links sahen wir das evangelische Jugendhaus am Knappenberg und machten eine Rastpause auf der Terrasse. Unsere Wanderführerin Brigitte zeigte uns ältere Bilder vom Knappenberg und erzählte uns eine Geschichte, es war ein sozialpolitischer Lehrgang (vom Jahr 1992 auf neues Jahr 1993) mit jungen gehörlosen Leuten vom Bezirk Oberpfalz geplant. Die ehemalige Bezirksjugendleiterin Brigitte Schwarz organisierte dieses Seminar am Knappenberg.

Dann verließen wir das Jugendhaus Knappenberg und machten uns auf dem Weg zur schönen Feldwiese. Später erreichten wir auch den Brennberg-Skilift. Leicht liefen wir entlang der Bahntrasse bis zum Brunnen am Marktplatz von Etzelwang. Auf dem Bauerngarten war ein kleiner Zoo mit drei Kaninchen. Einige Frauen hielten Kaninchen und streichelten sie. Wie Süß!! Weiter gingen wir zum Dorfcafe und machten eine 1,5-stündige Pause.

Zum Schluss der Tour gingen wir auf dem Radweg in Richtung Neukirchen entlang. Unsere Einkehr war im Landgasthof zur Post Pizzeria in Neukirchen. Müde und total glücklich hatten wir großen Hunger auf das leckere Essen. Nach dem Amüsieren im Landgasthof verabschiedeten wir uns.

Danke Karina, für die schönen Bilder!

Brigitte Kübert


Bildungsfahrt zum Gefängnishotel nach Amberg vom 2. bis 3. Juli 2016

Wir waren 6 Frauen und trafen uns vormittags am Nürnberger Hauptbahnhof und fuhren mit dem Zug nach Amberg. Nach der Ankunft in Amberg gingen wir zuerst zum Gefängnishotel und haben unsere Koffer bei der Rezeption abgestellt. Danach gingen wir zum Mariahilfsbergfest hinauf. Dazwischen kam der Regen, trotz des schlechtes Wetter gingen wir weiter, bis ganz oben zum Kloster. Dort besichtigten wir das Innere des Klosters. Anschließend gingen wir zum Bergfest. Eine Frau aus Würzburg kam dort nach und schloss sich uns an. Wir aßen was zum Essen. Leider, regnete es weiter...
Wir gingen zurück zum vereinbarten Treffpunkt am Bahnhof. Dort kamen noch mehr Frauen, die sind mit dem Auto bzw. Zug angereist, insgesamt 19 Frauen. Die Organisatorin Brigitte Kübert ist da und hat uns wieder zum Gefängnishotel geführt. Sie hat uns am Hotel über den Ablauf und die Zimmerverteilung unterrichtet. Der Hotelbesitzer verteilte uns die Zimmerschlüssel. Nach der Zimmerverteilung hat der Besitzer uns etwas über die Geschichte erzählt und in den Keller geführt. Unten ist es grauenvoll, da es eine Folterkammer gab. Dieses Gefängnishotel ist in ein denkmalgeschützter Baukomplex, hinter dessen dicken Sandsteinmauern einst das Landgerichtgefängnis untergebracht war. Nach der Führung des Hotels übernimmt die Enkeltochter der Dolmetscherin die kulinarische Stadterkundung in 3 Gänge mit Geschichten und Frau Kunze (Dolmi) übersetzte in Gebärdensprache. Eigentlich sollte dies die hörende Frau, namens Zapf, machen, aber die hat ein Unfall. Deshalb ist die Enkeltochter für sie kurzfristig eingesprungen. Also schlenderten wir durch die Straßen und Gassen innerhalb der Stadtbefestigung. Die drei Gänge wurden in drei unterschiedlichen Amberger Traditionswirtshäusern Bräuwirt Winkler (Ein Original aus Amberg), Restaurant Rußwurmhaus (Weltmeisterdotschkoch) und Casino Wirtshaus (Teil der vormaligen Franziskanerkirche) stattfinden: Vor-, Haupt- und Nachspeise ergeben die Menüs. Die Gerichte stammen aus Kochbüchern des 18./19. Jahrhunderts, als in Oberpfälzer Klöstern Fischteiche gepflegt wurden und Erdäpfel (Kartoffeln) als Hauptnahrungsmittel dienten. Dazwischen erfuhren wir, wie der Rat der Stadt Amberg in früheren Zeiten das Leben seiner Bürger reglementierte. Die Themen Ernährung, Sex und Kriminalität findet man in den alten Ratsbüchern auf vielen Seiten. Warum mussten sich die Sudelköche permanent vor dem Rat rechtfertigen? Ein mittelalterlicher Callgirlskandal und illegale Bordellbetreiberinnen nebst ihren Gästen werden uns beschäftigen. Nebenbei gestatten wir uns einen Seitenblick auf eines der 40 hochadeligen unehelichen Kinder unserer ehemaligen Kurfürsten. Und am Originalschauplatz werden wir imaginärer Zeuge einer Hinrichtungszeremonie im Jahre 1918, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Um 21 Uhr waren wir mit der Führung fertig, anschließend blieben wir im Casino und schauten Fussball (Deutschland gegen Italien) an. Um Mitternacht gingen wir raus zurück zum Hotel. Nach der Ankunft im Hotels haben wir jedes Zimmer (1 Einzelzelle, 4 Doppelzelle, 4 Themenzimmer und 1 Direktorensuite) besichtigten. Zum Schluss haben wir uns feierlich unterhalten bis in der Frühe. Wir gingen alle in unsere Zellen und schliefen endlich ein.
Wir standen früh auf und aßen das Frühstück. Wir haben noch gebärdet und packten unsere Koffer. Wir machten auf den Weg nach Hause in verschiedene Richtungen. Ein Teil der Frauen fuhren zum Bergfest hinauf, dort gab es ein Gottesdienst, den Pfarrer Burkhardt abgehalten hat.
Ein tolles und abenteuerliches Erlebnis mit Wissen und Bildung haben wir mit nach Hause gebracht. Dank an die Organisatorin Brigitte, die diese tolle Idee gehabt und umgesetzt hat.

Angela Benschuh

P.s. Auf unserem YouTube Channel „Gehörlosen Talk“ gibt es ein Video zu den Eindrücken, Empfindungen und den Geschichten, die wir an diesem ereignisreichen Wochenende erleben durften. Es ist auf jeden fall ein Blick wert!
Hier der Link zum Video: Frauenclub Gefängnishotel


Frauenfrühstück der Gehörlosen am 14. Mai 2016

Sulzbach-Rosenberg. (schw) Besucherinnen aus dem Neumarkter Gehörlosenverein trafen sich am Pfingstsamstag zum ersten Frauen-Frühstück im SPD-Bürgerbüro. Gerlinde Meierhöfer aus Edelsfeld und die Abteilungsleiterin der Frauengruppe Brigitte Kübert, hatten die Vorbereitung übernommen.
Die gehörlosen Frauen stammen aus dem Landkreis Neumarkt, aus Nürnberg-Fürth und aus dem Nürnberger Land. Die Stadträtinnen Hildegard Geismann und Bettina Moser, AsF-Vorsitzende Renate Dümmler und Helene Schwarz von den SPD-Senioren 60plus gesellten sich dazu. Für sie übersetzte Dolmetscherin Ursula Kunze aus Amberg die Gebärdensprache. Auf einer kleinen Stadtführung lernten die Gäste das Rathaus, den Geschichts- und den Löwenbrunnen, das Schloss und das Pflasterzollhaus kennen.

Auszug aus dem Zeitungsartikel


Ein Besuch auf dem modernen Ziegenhof

Am Sonntag dem 13. März, lassen wir uns von der Neugierde der Ziegen anstecken. Brigitte Kübert, unsere Frauenbeauftragte holte uns in Freystadt, dass 20 km südlich von Neumarkt liegt, ab zum Ziegenhof. Dort angekommen mit 15 Frauen und paar Männer, erwartet uns ein ganz moderner Ziegenhof, der alle Ansprüche einer BIO-Landwirtschaft erfüllt. Keine ruhige Minute gibt es seit Mitte Januar im Ziegenhof. So voll wie in diesen Tagen war es auf dem Ziegenhof noch nie. Ehepaar Dess, die Besitzer, fungiert als Geburtshelfer im Stall. Zwillinge, Drillinge und vor kurzem sogar Vierlinge kommen auf die Welt alle gesund und putzmunter. 220 Alttiere leben auf dem Ziegenhof, hinzu kommen 100 Zicklein, weitere 100 wurden bereits nach Frankreich verkauft. Zur Zeit werden 120 Ziegen früh und abends mit Melkroboter gemolken. Geliefert wird Milch 2 mal pro Woche an eine Private Käserei in Bayreuth und nach Unterried bei Pilsach. Gefragt ist auch das Ziegenfleisch als Festtagsbraten. Zehn Jahre ist es nun schon her, als sich das Ehepaar Dess ihren Traum vom Ziegenhof verwirklicht haben. Einige Jahre später wurde das Ziegenhof-Cafe eröffnet und das Konzept ging auf. Nach der Besichtigung erwartet uns eine lebhafte und musikalische Ziegen-Bäuerin, die uns anschließend mit ihren hausgemachten Kuchen und Brotzeit verführt. Dabei war sie letzten Jahr bei der Landfrauen-Küche im Fernsehen und dies ging in alle Munde. Mit vielen interessanten Eindrücke für uns war ein schöner und lehrreicher Tag. Unser Danke schön gilt unser Fauenbeauftragten Brigitte Kübert.

Traudl Biagosch